Recht umstritten – Methadonliste Hamburg im Internet

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(CIS-intern) – Heute erreichte uns eine Mail eines Blog-Besuchers, der uns auf die Seite www.methadonliste-hamburg.de hinwies. Im Prinzip ist es ja keine schlechte Sache, wenn sich die Drogenabhängigen auch im Internet austauschen können. Aber einiges an der Homepage stößt dann doch sauer auf. Auch die Hamburger Mopo hat das Thema vor einigen Tagen aufgegriffen.
Laut der Mopo sieht aber die Gesundheitsbehörde keine Möglichkeit, rechtlich gegen den Besitzer der Homepage vorzugehen. Auf der Homepage ist auch kein Impressum zu finden, was unserer Meinung nach rechtlich auch schon bedenklich ist.

Foto: Screenshot Homepage

Über die Registrierungsstelle denic.de ist aber zu erfahren (wir gehen davon aus, das bei der Anmeldung auch der wirkliche Name und die richtige Adresse genannt worden ist), das die Homepage auf einen Berliner angemeldet ist. Nach kurzen Recherchen über Google betreibt dieser Berliner u.a. auch eine Werbe- und/oder Fotoagentur. Außerdem einen Handswerks Warenhandel und -vermittlungsservice. Was dieser Berliner nun mit dem Hamburger Methadon-Programm zu tun hat, steht in den Sternen.

Auf der Methadon-Homepage jedenfalls sind u.a. sogar Anleitungen zu finden, in denen en detail erklärt wird, wie man Methadon filtert um es sich offenbar entgegen der normalen, vom Arzt vorgesehenen Einnahme zu injizieren. Das kann ja eigentlich nicht der Sinn so eines Hilfe-Forums sein.
Es wird auch erläutert, welche Ärzte besonders großzügig dieses Medikament verschreiben. Der Konsum von Drogen (besonders von Heroin) wird in sogenannten Erfahrungsberichten glorifiziert und die Folgen werden verharmlost.

Jeder Internetnutzer, egal welchen Alters, kann auf dieser Seite nachlesen, wie man Heroin konsumiert, dass es offenbar ein gutes Gefühl ist und dass man auch ohne Probleme als Süchtiger leben kann, solange man seine Drogen direkt vom Arzt bezieht. Das kann doch nicht Sinn der Drogentherapie sein! Und allein die Tatsache, dass eine solche Seite so viele Inhalte erstellt, lässt doch tief blicken, wie leichtfertig offenbar mit den “Medikamenten“ umgegangen wird.

Von der rechtlichen Seite aus kann man also laut der Gesundheitsbehörde nichts gegen diese Homepage unternehmen. Allerdings, das finden wir, sollte der Herausgeber doch vielelicht einmal überdenken, auf welche Inhalte er u.U. doch lieber verzichten sollte.

H.H. / CIS