Transnationale Performance-Projekt Hajusom aus Hamburg feiert 15-jähriges Jubiläum auf Kampnagel

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(CIS-intern) – Dieses Jahr feiert das transnationale Performance-Projekt Hajusom aus Hamburg 15-jähriges Jubiläum! Gemeinsam mit internationalen KünstlernInnen unterschiedlicher Genres entwickeln junge ehemalige Flüchtlinge und MigrantInnen seit 1999 unter Leitung von Dorothea Reinicke und Ella Huck innovative sowie politische Kunst-Formate, die das Thema der Globalisierung und ihrer Folgen kritisch reflektieren. Das Jubiläumsjahr 2014 feiern sie mit Premieren, nächster Termin ist das gender_ding von 24. bis 27. April auf Kampnagel, sowie deutschlandweiten Wiederaufführungen und einem großen Geburtstagsfestival vom 28. bis 30 November auf Kampnagel in Hamburg. Zudem entsteht aktuell ein hochwertiges Buch zum Kosmos Hajusom.

Foto: Presse Hajusom

„Es erfüllt uns mit großer Freude zu sehen, wie sich Hajusom in den letzten 15 Jahren entwickelt hat. Hajusom hat viele starke Persönlichkeiten gefördert, viele Performer und Performerinnen sind gemeinsam mit dem Projekt erwachsen geworden. Wir haben mit unserem transnationalen Ensemble immer wieder neuartige Formate auf nationale und internationale Bühnen gebracht und viel mehr erreicht, als wir es uns je erträumt hatten“, so Ella Huck, eine der Künstlerischen Leiterinnen von Hajusom.

Ausgezeichnet!

Hajusom hat zahlreiche Erfolge zu verbuchen: Mit der Produktion Hajusom in Bollyland ist das Ensemble beispielsweise mit dem Innovationspreis Soziokultur ausgezeichnet und auf das renommierte Festival Politik im Freien Theater eingeladen worden; das Musical Back Up Story erhielt den Nationalen Förderpreis der Hamburg Mannheimer Stiftung. Außerdem ist das Ensemble Preisträger der Berliner Festspiele. Hajusom gastiert an namhaften deutschen Schauspielhäusern und kuratierte bereits das durch die Kulturstiftung des Bundes finanzierte Young International Performers‘ Festival Play Mas.
„Mit so viel positiver Energie im Rücken möchten wir unser Jubiläumsjahr ganz besonders gestalten und Hajusom zum einen in seiner vollen Vielfalt präsentieren, und zum anderen den freudigen Anlass auch nutzen, um noch weitere  künstlerische Kanäle zu bespielen.“, sagt Projektkoordinatorin Julia zur Lippe.
Premiere: das gender_ding
24. bis 27. April auf Kampnagel, Hamburg

Die erste Premiere im Jubiläumsjahr ist die Produktion das gender_ding, zu der vom 24. bis 27. April auf Kampnagel in Hamburg eingeladen wird. Hajusoms Nachwuchs-Ensemble NEUE STERNE verhandelt in dieser Performance auf sehr persönliche, humorvolle und dramatische Weise verschiedene Rollenzuschreibungen im Gender Debakel.
„Das neuste Projekt das gender_ding beschäftigt sich mit der kritischen Betrachtung von Klischees – ein wichtiger Dreh und Angelpunkt vieler Hajusom Produktionen. Der Künstlerische Prozess um das Gender Thema erstreckte sich über fast zwei Jahre; in dieser Zeit sind bei den jungen Performern und Performerinnen eigene Bilder und Erwartungen im Hinblick auf ihre Rolle als Frau oder Mann in Bewegung geraten. Ähnliche Effekte hoffen wir bei unserem Publikum zu bewirken.“ , meint Dorothea Reinicke, Künstlerische Leiterin von Hajusom.
Die PerformerInnen aus Iran, Afghanistan und westafrikanischen Ländern liefern eine Fülle von Erfahrungsberichten und diskutieren offen ihre Visionen einer neuen Freiheit. Rollenbilder, Kleiderordnungen und Zuschreibungen männlicher/weiblicher Wesensarten werden erforscht, transformiert und neu durchmischt. Die Live-Musik der jungen türkischen Musikerin Derya Yildirim (Voc, Saz, Tanbur, Piano) mit Samples von Viktor Marek kreiert die Atmosphäre für ein Gender-Utopia.

Alle Termine im Überblick

Premiere das gender_ding
25. April 2014, Kampnagel Hamburg

Am 25. April 2014 feiert die neue Hajusom Produktion das gender_ding auf Kampnagel in Hamburg Premiere. Dabei haben sich die Neuen Sterne, die Nachwuchsgruppe von Hajusom, mit dem Rollenverständnis sowohl ihrer Herkunftsländer als auch ihrer neuen Heimat Hamburg auseinandergesetzt. Entstanden ist eine Videoperformance mit Live-Musik!
Gastspiel Paradise Mastaz
10. Mai 2014, FFT Düsseldorf

Am 10. Mai 2014 ist Hajusom mit ihrer gefeierten Produktion Paradise Mastaz zu
Gast am FFT in Düsseldorf. Schräge Schaumstoffpuppen als Europäer und hölzerne Marionetten im Stil westafrikanischer Puppenbautradition (gebaut mit der legendären Berliner Trash-Puppentheatergruppe Das Helmi und dem malischen Puppenspieler Yaya Coulibaly) werden als aktuelle Protagonisten des Tourismus und der Migration von den PerformerInnen auf den Weg gebracht. Auf ungleichen Reiserouten sind sie alle auf der Suche nach ihrem Paradies und verheddern sich dabei nicht nur im Kampf mit wechselseitigen Klischees und Projektionen. Hajusom nimmt die Fäden in die Hand und zeigt eindrucksvoll, wer die wahren Meister des Paradieses sind und wie die Strippenzieher im globalen Spiel der Macht aufgebaut und demontiert werden. Viktor Marek und Knarf Rellöm lassen mit ihren Live-Beats Puppen und PerformerInnen tanzen.
“Dass das ehemalige Flüchtlingsprojekt längst ein ernstzunehmendes Performance- und Theaterensemble ist, sollte allerspätestens mit diesem Stück klar sein. Stehende Ovationen auf Kampnagel: Zu Recht“ , so Nachtkritik.de nach der Premiere in Hamburg.
Festival Wochenende If We Ruled The World
28. bis 30. November 2014 auf Kampnagel

Seinen 15. Geburtstag will Hajusom zum Anlass nehmen, um ein politisches Festival zum Thema Migration-Flucht-Utopie auszurichten. Wie sähe die Welt aus, wenn Menschen, die aus ihrem Heimatland fliehen müssen, regierten? Mit If We Ruled The World (Arbeitstitel) wird Hajusom mit über 50 PerformerInnen das Publikum einladen, sich diesem komplexen Anliegen während dreier Tage gemeinsam zu widmen und setzt dabei unterschiedliche Strategien / Formate ein:

Installation: 
Roadmap Addis Ababa – Hamburg – Kabul
Eine begehbare Raumskulptur zum Thema Flucht/Migration

Konferenz:
Transformation-Camp 
KünstlerInnen, WissenschaftlerInnen und ExpertInnen, die Aspekte  transnationaler Arbeitsweisen im Bereich der Kunst aus verschiedenen Kontexten heraus beleuchten und ihre Effekte auf Transformationsprozesse untersuchen, kommen zu Wort.

Premiere:
If We Ruled The World (Arbeitstitel) 
Die glamouröse Musik-Performance If We Ruled The World mit Live Musik von Viktor Marek & Ashraf Sharif Khan, Knarf Rellöm & Voices of the Undead leitet den Höhepunkt des Festivals ein: 50 PerformerInnen – ehemalige und aktuelle, alte Hasen und der Nachwuchs zeichnen die künstlerische Arbeit des Projekts nach: Choreografien wie Coupé Decalé (Excursion Macabre) und Marjani (Hajusom in Bollyland), Kriegsszenen und Gebetstanz. Zitate verdichten sich, transformieren zu aktuellen politischen Statements zur Flüchtlingspolitik und Bildern von Visionen einer neuen Welt.
Musik-Performance und Dinner for All / Symbolisches Öffentliches Fastenbrechen:
Gemeinsam mit jungen Flüchtlinge aus einer Erstversorgungs-Einrichtung und einer Notunterkunft, allen Mitgliedern von Hajusom und allen ZuschauerInnen, wird ausgehend von der Bühne durch das gesamte Kampnagel Foyer ein Dinner for All zelebriert. Dies findet ganz im Sinne des öffentlichen Fastenbrechens in Istanbul, welches im Juli 2013 zu einem Akt des Widerstands und der Solidarität wurde, statt.
http://www.hajusom.de/

PM: office. c/o Island

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