Neujahrfrüh – Großfeuer in Pinneberg und Rellingen

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(CIS-intern) – Erst brannten zwei Autos, dann das Carport, unter dem diese geparkt worden waren, und schließlich der Dachstuhl des direkt angebauten Einfamilienhauses. Das Feuer hatte noch vorm Eintreffen der um 6.17 Uhr alarmierten Feuerwehr auf das Gebäude übergegriffen. Die Kräfte konnten aber dank ihres Einsätzes ein zweites, ebenfalls in direkter Nachbarschaft stehende Haus vor dem Feuer bewahren.

Foto: Foto: s.media / pixelio.de

Das war aufgrund der engen Bebauung in der Straße nicht einfach gewesen; auch in dem zweiten Haus waren aufgrund der Hitze bereits Fensterscheiben gesprungen. Personen wurden nicht verletzt. Der stellvertretende Heistmer Wehrführer Hartmut Glashoff ließ nach der ersten Lagebeurteilung in schneller Reihenfolge die Alarmstufe mehrfach erhöhen. Nacheinander rückten die Wehren aus Moorrege, Holm und Uetersen an. Die FF Wedel stellte einen Abrollcontainer Atemschutz zum Wecheln der Atemschutzgeräte und zusätzliches Schaummittel. Zur Ablösung kamen später die Wehren aus Haseldorf und Hetlingen zum Einsatz. Der Schlauchwagen des Kreisfeuerwehrverbandes Pinneberg brachte Nachschub an Atemluftflaschen und Schläuchen an die Einsatzstelle.

Der stellvertretende Kreiswehrführer Frank Homrich machte sich ebenfalls ein Bild von der Einsatzstelle. Während die Feuerwehr die in Vollbrand stehenden Pkw und das Carport zügig ablöschen konnten, bereitete der Brand des Mehrfamilienhauses Probleme. Dieses war energetisch auf dem neuesten Stand gebracht. Unterhalb des Pfannendachs befand sich neben Dämmfilz eine Lattung mit sogenannten Sandwichplatten. In deren Zwischenräumen bahnte sich das Feuer, geschützt vor dem Löschwasser, seinen Weg. Letztlich musste fast das komplette Dach abgedeckt werden und diese Platten mit Gewalt zerstört werden. Der Einsatz dauert zur Stunde (14.00 Uhr) noch an. Über Schadenshöhe und Brandursache kann die Feuerwehr keine Aussage machen.

Auch in Rellingen: Großfeuer eines Reetdachhauses
Das Jahr 2013 war 18 Minuten alt, als im Rellinger Ortsteil Egenbüttel an der Dorfstraße ein reetgedecktes Gebäude (Größe ca. 20 x 35 Meter) in Brand geriet. Der Dachfirst hatte Feuer gefangen. Es liegt der Verdacht nahe, dass eine Silvesterrakete dafür die Ursache sein könnte. Personen wurden nicht verletzt. Die Polizei bezifferte den Sachschaden auf 500.000 Euro. Die Leitstelle in Elmshorn löste um 0.18 Uhr Alarm für die Freiwilligen Feuerwehren Egenbüttel, Rellingen und Pinneberg aus. Mehr als 90 Kräfte bekämpften das Feuer.

Im weiteren Einsatzverlauf wurde die FF Ellerbek mit weitern 20 Kräften nachgeordert, um erschöpfte Atemschutzgeräteträger auszutauschen. Das Feuer breitete sich im Dachfirst auf die komplette Länge des Gebäudes aus. Die Feuerwehr nahm drei Rohre im Innenangriff unter Atemschutz vor. Die Helfer mussten teilweise die Zwischendecke zum Dachboden aufsägen, um Zugang zum eigentlichen Reetdach zu erhalten. Dazu wurde über die Pinneberger Drehleiter mit Druckluftschaum gelöscht. Entscheidend für den Löscheinsatz war letztlich die Hilfe von zwei Reetdachdeckern aus Moorrege.

Diese lösten die entscheidenden Drähte in der Dachkonstruktion, so dass die glühenden Reethalme vom First entfernt werden konnten. “Diese Unterstützung war sehr wichtig”, sagte Einsatzleiter Hans-Hinrich Kruse, Ortswehrführer der FF Egenbüttel und stellvertretender Rellinger Gemeindewehrführer. So konnte ein Großteil des Daches vor der Zerstörung bewahrt werden. Trotzdem ist das Haus wegen Rauch- und Wasserschaden derzeit unbewohnbar. Der Einsatz dauerte bis in die frühen Morgenstunden an.

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