Das Literaturhaus in Hamburg im Februar

Add to Flipboard Magazine.

(CIS-intern) – Gehen Sie doch mal wieder ins Literaturhaus! Hier ist die Welt noch in Ordnung: Der Tannenbaum wurde ordnungsgemäß entsorgt, die Dielen knarzen wie eh und je, nach 90 Minuten Dichterlesung können auch die Stühle ein wenig umbequem werden, aber die Stimmung ist herzlich, das Programm erlesen, und man freut sich auf Sie. Und hier kommen 13 gute Gründe, einen Besuch gar nicht länger aufzuschieben:

Der Februar beginnt mit zwei charismatischen Herren: Der Schauspieler Felix von Manteuffel hat sich „Oblomow” vorgeknöpft. Vera Bischitzkys wunderbare Neuübersetzung des Romans von Iwan Gontscharow ist bei Hanser erschienen und bringt den trägen Helden Ilja Iljitsch Oblomow leichthändig ins 21. Jahrhundert. Und wenn wir ehrlich sind: Wer wünschte sich nicht manchmal ein Mittagsschläfchen als Krönung des Tages … Am 5. Februar liest Felix von Manteuffel aus dem Roman.

Foto: Literaturhaus Hamburg

“Sich wieder mit der Welt befreunden!” lautet das Thema des Philosophischen Cafés am 7. Februar. Eingeladen ist der Philosoph Wolfgang Welsch, der mit seinem umfänglichen Werk “Homo Mundanus – Jenseits der anthropischen Denkform” (Velbrück Wissenschaft) für viel Aufmerksamkeit gesorgt hat. Gemeinsam mit dem Gastgeber Reinhard Kahl und dem Publikum wird der mit dem Max-Planck-Forschungspreis Geehrte seine Thesen diskutieren. In der Reihe Bildbeschreibungen, initiiert von der Hamburger Kunsthalle und dem Literaturhaus, steht am 12. Februar ein Gemälde Paula Modersohn-Beckers im Mittelpunkt. Die Schriftstellerin Anna Schädlich hat sich “Die alte Moorbäuerin” von 1903 ausgesucht und wird m Gespräch mit der Kuratorin Karin Schicke ihre Gedanken zu diesem Werk darlegen. Gast der siebten Folge von März & Moritz & 1 Gast ist am 21. Februar der Autor und Literaturwissenschaftler Roger Willemsen. Das kritische Trio Ursula März, Rainer Moritz und Roger Willemsen wird sich fünf Neuerscheinungen des Bücherfrühlings widmen und mit Lob und Tadel wie gewohnt nicht hinter dem Berg halten.

Am 14. Februar begehen wir nicht etwa den Valentinstag, sondern widmen dem Dramatiker Frank Wedekind einen Abend. Wussten Sie, dass der Autor von skandalträchtigen Stücken wie “Lulu” oder “Frühlings Erwachen” sich erste berufliche Sporen als Werbetexter der Firma Maggi verdient hat? Diese unbekannten Seiten des Schriftstellers u.a. werden von Hartmut Vinçon und Jörg Schönert, den Herausgebern der 15-bändigen Kritischen Gesamtausgabe des Werkes im Häusser Verlag, beleuchtet. Außerdem sind Anatol Regnier, der Enkel Frank Wedekinds, und die Dramatikerin Kerstin Specht zu Gast, die ausgewählte Texte lesen werden.

Eckhard Henscheid ist am 20. Februar zu Gast im Literaturhaus. Er liest (und erzählt) aus seinem neuen Buch “Denkwürdigkeiten” (Schöffling), das natürlich keine ganz normale Künstlerbiografie beinhaltet. Zwei große Familienromane stellen wir am 27. Februar vor, wenn die Autoren Birk Meinhardt und Ralph Dohrmann zu Gast sind. Birk Meinhardt schreibt in “Brüder und Schwestern” (Hanser) von einer Familie in der DDR, den Werchows, die trotz aller Widersprüche und Konflikte bis zuletzt zusammen hält. Ihre Hoffnungen, Träume und Ängste kulminieren in den Ereignissen von 1989. Ralph Dohrmann erzählt in “Kronhardt” (Ullstein), wie die Maschinenstickerei Kronhardt & Sohn über 60 Jahre die Geschicke der Familie Kronhardt lenkt. Es entsteht ein bewegendes Panorama von 60 Jahren Bundesrepublik. Volker Hage (Der Spiegel) moderiert den Abend.

Die Leipziger Buchmesse wirft ihre Schatten voraus: Am 28. Februar stellen NDR Kultur-Literaturchef Stephan Lohr und Literaturhausleiter Rainer Moritz die sechs Kandidaten der Belletristik Shortlist des Leipziger Buchpreises vor. Die Shortlist wird zwar erst Ende Januar bekannt gegeben, aber eine exzellente Auswahl ist gewiss.

Das Junge Literaturhaus (http://www.julit-hamburg.de) wartet im Februar mit vielen Veranstaltungen auf Euch! Los geht es am 13. Februar bei Spaß bei Büchern mit einer Geschichte über einen kleinen Jungen mit großer Fantasie und kleinem Mut: Frerk ist der Drittschwächste und Zweitkleinste in seiner Klasse und kriegt dafür mächtig auf die Mütze. Doch dann findet Frerk ein felliges Ei, in dem es ganz merkwürdig ruckelt und rappelt … Der Hamburger Autor Finn Ole Heinrich hat sich Frerk ausgedacht und liest aus seinem mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2012 ausgezeichneten „Frerk, du Zwerg” (Bloomsbury) vor. Die Gedankenflieger denken am 28. Februar darüber nach, was eigentlich eine gute Tat ist. Dafür eignet sich eine Schatzkammer, die jeden edlen Dieb zum Staunen bringen würde: Das Mineralogische Museum im Uni-Viertel zeigt funkelnde Mineralien und kostbare Steine. Kristina Calvert liest aus Wilhelm Steigs Kinderkrimi “Der wahre Dieb”.

30 künftige Autorinnen und Autoren haben in den vergangenen Monaten im Schreiblabor an ihren Texten gefeilt, um Geschriebenes in Literatur zu verwandeln. Am 18. Februar heißt es nun, allen Mut zusammennehmen und sich auf die Bühne des Literaturhauses wagen, wo sonst Sibylle Lewitscharoff oder David Grossman Platz nehmen, und die eigenen Texte vor großem Publikum zu präsentieren. Die große Abschlusslesung des Schreiblabors wird moderiert von den Kursleiterinnen Mareike Krügel und Annette Mingels.

Im STA*-Club am 25. Februar freuen wir uns auf den Fantasy-Autor Kai Meyer und den Schauspieler Sascha Rotermund, die aus “Asche und Phönix” (Carlsen) lesen. Kai Meyer erzählt in seinem neuen phantastischen Roman »Asche und Phönix« (Carlsen Verlag) rasant und packend von einem modernen Teufelspakt im ruhmsüchtigen Milieu der Filmwelt. Am 26. Februar schnüren wir wieder unser Ränzlein und ziehen hinüber in die Schanze, wenn es zum zweiten Mal heißt Schwanenwik goes Schulterblatt. Diesmal lesen zwei junge Autorinnen aus ihren außerordentlich poetischen Romanen, die außerdem auf geheimnisvolle Weise miteinander verknüpft zu sein scheinen: In “Bevor alles verschwindet” (Suhrkamp) von Annika Scheffel (*1983)und in “Alles, was draußen ist” (Jung und Jung) von Saskia Hennig von Lange (*1976) geht es um Außenseiter, um das am Rande Stehen und um eine leicht verschobene Wahrnehmung. Ein Abend für Entdecker!

Die Karten für Februar sind ab 15. Januar an allen bekannten Vorverkaufsstellen, in der Buchhandlung Samtleben, über unsere Website, bei der Literaturhaus-Karten-Hotline 0180-50 15 729 sowie an der Abendkasse erhältlich. Mitglieder des Literaturhaus e.V. können ihre Tickets bereits ab 10. Januar kaufen oder unter Telefon 040-22 70 20 11 buchen und an der Abendkasse abholen.

http://www.literaturhaus-hamburg.de/

Dr. Antje Flemming
Literaturhaus Hamburg e.V.