OY – KOKOKYINAKA live im Golem Hamburg

Datum der Veranstaltung: 13. April 2013 | Add to Flipboard Magazine.

(CIS-intern) – OY aka Joy Frempong, halb Ghanesin & halb Schweizerin, ist durch ihre vokale Vielfalt definitiv eine Seltenheit ihrer Art. Zuhause fühlt sie sich eher in einem unkonventionellen Sound, besitz jedoch die gabe, ergreifende, unvergessliche Melodien zu kreieren. OY war Mitglied der Avant-Pop- Band Filewile und war als Gast bei den Big Dada-Releases von Infinite Livez vs. Stada beteiligt. Drei Jahre nach ihrem lebhaften Debut First Box Then walk, dessen erste Pressung innerhalb kürzester zeit ausverkauft war und eine lange Reihe von Live-Konzerten und Festival-Auftritten mit sich brachte, ist OY nun zurück. Mit einem weiteren wertvollen Angebot ungewöhnlicher Musik auf Platte gepresst – so mysteriös wie eingängig, so Hip-Hop-lastig wie soulaffin: Kokokyinaka. [Kokokyinaka ist ein dunkelblauer Vogel, der im Wald lebt. Unter dem Ashanti aus Ghana wird der Vogel als Totem der Schlagwerker/Trommler wahrgenommen. Es wird gesagt, dass er den Männern das Trommeln lehrt.]

Foto: Andy Zant

Das Ergebnis der Platte ist beeindruckend: eine genreübergreifende, gut gewürzte Mischung afrikanisch beeinflusster elektronischer Musik, garniert mit aufwändigen, farbenfrohen Geschichten, Sprichworten und Mythen. Das Ganze ist verpackt in ein überraschend melodisches Konzeptalbum, das wie der Soundtrack eines Roadtrips von den Pariser Vororten über die Elektro-Straßen der Züricher & Berliner Underground-Szene bis hin zu den musikalischen Wurzeln des Afro-Beats klingt.

Mit ein chamäleon-gleichen Ruhe wandert Joy’s Stimme, mal akzentuiert, mal melodiös-groovig, mal stakkato-sprechsingend durch Stile und repitative Textpassagen. In gleicher Weise werden Geschichten erzählt und mit mitgehörten Dialogen, Sprichworten und Volksweisheiten vermischt. Darunter mischen OY Fufu-Stampfen, Samples und Musikgeschichte. So können zum Beispiel ein Kraftwerk-Schnipsel mühelos mit Old-School-Grooves vermengt werden. Die Sounds entsprechen Weltmusik im besten Sinne des Wortes. Auf Reisen durch Mali, Burkina Faso, Ghana und Südafrika gesammelt, wurden sie in den Berliner Aufnahmestudios scheinbar mühelos mit der westeuropäischen Musikgeschichte vermischt. Das Ergebnis verdankt die Band auch der Mitarbeit des talentierten Drummers, Produzenten und Co-Writers Lleluja-Ha, dessen Arrangements und punktiertes Schlagzeugspiel den Gesang von Joy Frempong noch gezielter in Szene setzen.

So ist Kokokyinaka nicht nur das vielseitige musikalische Zeugnis einer weitgereisten Berliner Exil-Schweizerin mit ghanaischen Wurzeln – sondern es ist ein einzigartiges Album einer Musikerin/Geschichtenerzählerin, übersetzt in die Moderne der elektronischen Musik. Lebhaft, ausgesprochen experimentell, groovig, durchflutet von gefühlvollen Melodien und mystischer Kraft.

Sa.,13.4.2013 20 Uhr
GOLEM/Hamburg

konzertbuero hugsam gbr

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