Kampnagel zum Deutsch-Französischen Verhältnis – FRANKREICH IM FOKUS

Add to Flipboard Magazine.

(CIS-intern) – 50 Jahre Elysée Vertrag geben uns den Auftrag zum Neu-Denken des deutsch-französischen Verhältnisses. Was ist es, das uns verbindet? Oder viel wichtiger: Was ist es, das uns unterscheidet? Mit Performances und Musik aus Deutschland und Frankreich und einem Vortragsprogramm ermitteln wir über fünf Tage lang in Sachen Freundschaft, Fremde und Territorium. Mit Arbeiten u.a. von Laurent Chétouane, Antoine Defoort und Julien Fournet, Mickaël Phelippeau und Jean-Louis Costes laden wir dazu ein, über die eigenen Grenzen hinaus zu denken.

Foto: mario De Mattia

Im Rahmen des Deutsch-Französischen Jahres – 50 Jahre Élysée-Vertrag richtet Kampnagel vom 20. bis zum 24.März den Fokus auf Frankreich und das deutsch-französische Verhältnis. In Tanz, Performance, Musik und einem begleitenden Diskursprogramm wird über fünf Tage lang in Sachen Freundschaft, Fremde und Territorium ermittelt. Eingeladen sind Arbeiten u.a. von Antoine Defoort und Julien Fournet, Mickaël Phelippeau, Jean-Louis Costes und Laurent Chétouane.

Der Frankreich-Schwerpunkt auf Kampnagel ist ein Projekt von TRANSFABRIK, einer Initiative des Institut Français in Kooperation mit dem Goethe-Institut. Partnerveranstalter sind: PACT Zollverein (Essen), Hebbel am Ufer (Berlin), Théâtre de la Cité Internationale (Paris), Centre Pompidou (Metz), Le Quartz (Brest), Festival Perspectives (Saarbrücken), Collège des Bernardins (Paris), Festival june events / Atelier de Paris – Carolyn Carlson, Les Spectacles vivants – Centre Pompidou (Paris) und Rencontres chorégraphiques internationales de Seine-Saint-Denis.

Ausführliche Programminformationen gibt es ab Mitte Februar auf www.kampnagel.de

PROGRAMM
Laurent Chétouane, Berlin
M!M
Der vermutlich intellektuellste Bewegungsdenker zwischen Deutschland und Frankreich, Laurent
Chétouane, eröffnet das Festival mit der Frage nach Freundschaft. Seine Tänzer Matthieu Burner und
Mikael Marklund, bekannt aus Chétouanes letzten Stücken „O“ und „Sacré Sacre du Printemps“, lernten
sich erst während des Probenprozess zu M!M kennen. Ob sich daraus eine private oder persönliche
Beziehung ergeben hat, bleibt ihre Sache. In M!M jedenfalls verhandeln sie die politischen Implikationen
von Freundschaft: Dabei gehen sie den Gemeinsamkeiten von Politik und Tanz auf den Grund,
insbesondere Fragen nach dem Territorium, der Grenze, eines gemeinsamen Raums, die Beziehung zur
Differenz und der Organisation des Zusammenlebens. Dem Credo folgend, dass Choreografie etwas
Allgemeines beschreibt, das den tanzenden Körper mit einbindet, experimentiert M!M mit der
topologischen Bedingtheit von Freundschaft und versteht sich als eindeutige Antwort auf die Frage, ob
Tanz politisch ist.
Daten (Mi) 20.03. /19:00
Ort, Preis K1, 12 Euro (erm. 8 Euro)
Antoine Defoort und Julien Fournet, Lille

CHEVAL
CHEVAL ist eine musikalische Konferenz der natural born Performer Antoine Defoort und Julien
Fournet. Von Hause aus Chemiker und Mathematiker haben sie das Experimentieren und
wissenschaftliche Genauigkeit im Blut. Nur das mit den Konventionen nehmen sie nicht all zu erst: Hier
werden Gitarren als Tennisschläger oder Ballons als Musikinstrumente benutzt, zahllose Zitate – von
Michaels Jackons „Billy Jean“ bis Twin Peak – gestreift, bewiesen, was Joghurt mit Musik verbindet, um
von Hundertste ins Tausendstel zu kommen. Diese Multimedia-Show verbindet Forschung und Komik
und spielt mit ebenso vielen plötzlichen Wendungen, wie spekulativen Umfragen, um „neutral“
herauszufinden, ob die Vorstellung dem Publikum gefällt oder nicht. CHEVAL erzählt uns was vom Pferd
und vor allem von dem grandiosen und absurden Erfindungsreichtum dieser unwiderstehlichen Anti-
Nerds.
Daten (Mi) 20.03. bis (Do) 21.01. /20:00
Ort, Preis K2, 12 Euro (erm. 8 Euro)

Mickaël Phelippeau, Brest
CHORUS

(Deutschlandpremiere)
Wahre Begegnungen mit Menschen aller Disziplinen und Herkünften sind Mickaëls Phelippeaus
Lieblingsbeschäftigung. Der sympathische französische Choreograf, den man schon von Weitem an seiner
Lieblingsfarbe gelb erkennt, arbeitete seit Beginn seiner Serie „Bi-Portrait” choreografisch am
unmittelbaren, unhierarchischen Austausch u.a. mit Priestern, Volkstanzchoreografen und ehemaligen
Schauspielern. Für CHORUS inszeniert der französische Choreograf Mickaël Phelippeau den 24-köpfigen
A Capella Chor „Voix Humaines”. Er stellt das Ensemble als „chorischen Körper“ dar, der sowohl
Stimme(n) als auch Bewegung(en) ist. Während konstant das berühmte „Nicht so traurig, nicht so sehr“
von J.S. Bach erklingt, bewegt und formiert sich der Chor in verschiedenen Konstellationen auf der
Bühne: Der Einzelne in der chorischen Gemeinschaft, die gemeinsame Bewegung und auch das bewegt-
Werden von Körpern durch Musik. CHORUS ist auf reduzierte und gleichzeitig monumentale Weise ein
Bild der menschlichen Gemeinschaft.
Daten (Sa) 23.01. bis (So) 24.03. /20:00
Ort, Preis K2, 12 Euro (erm. 8 Euro)