Allie live im Hamburger Nachtasyl

Datum der Veranstaltung: 12. November 2013 | Add to Flipboard Magazine.

(CIS-intern) – Gleich zum Auftakt seines dritten Albums „Uncanny Valley“ (und seinem Debüt auf dem Hamburger Clouds Hill-Label) lässt Allie, der Wahl-Berliner mit der Flüsterstimme, einen gewissen Jeddy 3 auferstehen. Für die Jüngeren – das ist nicht nur eine liebevolle Referenz an Grandaddy, die gerade reformierte Garagen-Space-Combo aus den USA um Analog-Synth-Jünger Jason Lytle. Es ist zugleich eine, die thematisch zum Kern seines Albums führt. Ein Album, auf dem Patti Smith auf Jesus trifft, ein Autoverkäufer auf eine Kartenlegerin, sich selbst Batman eine blutige Nase holt und Lieder für Mädchen geschrieben werden, die dazu nicht mal tanzen können.

Foto: Florian Boss

Seinen allerersten Auftritt als Allie hatte Allie übrigends während eines Auslandsaufenthalts in den USA ausgerechnet in… Woodstock. Und dabei fiel samt Musik sogar noch eine kleine Film-Einlage ab, neben dem großen Paul Giamatti („Sideways“, „Barney’s Version“) in „Episodes of Starlite III – Tarth“. Regie führte Frances Scholz, daheim in Braunschweig Professorin von Allie’s Bruder und zufällig zur selben Zeit in New York. Doch zurück zum aktuellen Album – Clouds Hill-Hausproduzent Johann Scheerer und Schlagzeuger Tim Schierenbeck halfen auf „Uncanny Valley“ nämlich Songs wie „Patti“, „Real Highlights“, „Try To Hold Her Hand One Day“ oder „Love Is Quinine“ mit Rhythmus-Patterns, Elektronik-Texturen und Geräusch-Schleifen auf die Sprünge, ohne sie zu ersticken oder übers Ziel hinausschießen zu lassen. Und ein bisschen Pop-Appeal schwingt zwischen „Mayo“ und „Number 1“ auch noch mit.

Allein wird Allie die Songs von „Uncanny Valley“ dann wieder live spielen. Dass sie – nur mit Akustik-Gitarre und ein paar Synth-Loops – auf der Bühne ein bisschen anders klingen werden als auf dem Album, findet er eher „interessant“ als störend oder gar belastend.

Bevor Sie fragen: Baseball mag Allie übrigens wirklich. Aber warum genau das verrät selbst ein langer, genauer Blick in sein „Uncanny Valley“ dann doch nicht. Nur, warum zum Fliegen immer auch der freie Fall gehört.

12. November 2013 ab 22 Uhr
Nachtasyl Hamburg