Theaterfestival 150% Made in Hamburg 4. – 14.Oktober

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(CIS-intern) – Kurz bevor die ersten Herbststürme die letzten Stühle von den Caféterrassen fegen, bespielt 150% Made in Hamburg vom 4. bis 14. Oktober 2012 zum 7. Mal die Stadt! Das Festival zeigt an mehr als zehn verschiedenen Orten bemerkenswerte Inszenierungen, die exemplarisch für die freie Theaterlandschaft in Hamburg und im deutschsprachigen Raum stehen. Erstmals volle zehn Tage lang und erstmals in vier verschiedenen Sektionen: Wettbewerb, Panorama, Nachwuchs und Gastspiel.

Foto: Johanna Zielinski

Aus knapp 100 Bewerbungen hat eine Auswahljury 17 Inszenierungsperlen herausgefischt, in denen sich verblüffende neue Formen, innovative Ästhetiken und fesselnde Themen entdecken lassen.

Das Programm reicht von „Cityswap“, einer Theaterbewegung mit dem Theaterkollektiv „Die Azubis“ durch St. Pauli und die Hafencity über eine Performance, in der ROTA auf Captain Future, den Helden deiner Jugend, trifft und mit ihm nach Delphi geht, bis zu „Wild ist scheu“, einem Konzert-Lesung-Performance-Dings, mit dem die Schauspielerinnen Karen Köhler und Sandra Hüller eher aus Versehen ein ganz neues Genre geschaffen haben.

Wem das nun doch etwas zu experimentell ist, kann aber auch einfach Pheline Roggan, Denis Moschitto und Thomas Ebermann in „Glück kann nicht sparsam sein“ dabei zusehen, wie sich Franziska zu Reventlow als Patientin einer Klappsmühle für gehobene Schichten von ihrem Geldkomplex respektive ihrer zu großen Wertschätzung des Geldes, heilen zu lassen versucht.

Ein wenig ernster wird es in dem Gastspiel „Brazilification“ der Schweizer Formation „Neue Dringlichkeit“, die in ihrem sehr persönlichen Stück Vorgänge sinnlich fassbar machen, die auf globaler Ebene nur abstrakt zu verstehen sind: Das Auseinanderklaffen zwischen Arm und Reich, der Zusammenhang zwischen struktureller und physischer Gewalt und die Folgen der totalen Entfesselung des Marktes.

Thematisch zieht sich die Frage danach, wie wir in einer zunehmend globalisierten und zugleich immer wieder von Finanz- und Wirtschaftskrisen durchrüttelten Welt, eigentlich zusammen leben wollen, als roter Faden durch viele Festivalbeiträge. Insgesamt zeigt das Festival 6 Uraufführungen, 1 Deutsche Erstaufführung, 2 Hamburg-Premieren und 8 Wiederaufnahmen.

Zur Eröffnung starten wir am 4. Oktober um 19.00 Uhr von unserem temporären Festivalzentrum in der Großen Bergstraße 229 aus im roten Doppeldeckerbus Richtung Kampnagel, wo Maximilian Maintz seine Special-Lightshow „Off with their Heads!“ vorstellt: eine Musikkomposition, die ansonsten als seelenlos verkannte
Bühnenscheinwerfer zu Protagonisten einer szenischen Handlung werden lässt.

Anschließend reisen wir mit Überraschungsgästen weiter in das LICHTHOF Theater zu „Wir sind nicht das Ende“, einem Stück des Hamburger Autoren Carsten Brandau in der Regie von Frank Abt, das auf der wahren Geschichte von Aishe und Ziad Jarrah basiert, der am 11. September 2011 in den USA ein Passagierflugzeug entführt und dann in Pennsylvania auf einem Acker abstürzt.

Im Rahmenprogramm zeigt das Metropolis-Kino am 11. September nach dem Festivalbeitrag „The Third Man“ (eine Lecture Performance des schwedischen Künstlers Erik Bünger, in der er den Einsatz von Musik in Ton- und Bildproduktionen der Populärkultur untersucht und deren manipulatorische und mythenbildende Mechanismen sichtbar macht) einen darauf abgestimmten Film. Am 5. Oktober gibt es im Kulturhaus 73 wieder unseren beliebten und bewährten Theaterslam „Shortluck“. Zudem finden in diesem Jahr erstmals begleitende Diskussionen, zahlreiche Premierenparties, das Kinderprogramm „150% Next Generation“ mit der Hamburger Performerin Katharina Oberlik, eine Kleidertauschbörse mit Lieblingsteilen, Klassikern und Kuriositäten aus dem Fundus von Festivalteilnehmern und Publikum und viele weitere Veranstaltungen in unserem temporären Festivalzentrum in der Großen Bergstraße 229 statt.

Das gesamte Festivalprogramm finden Sie im Anhang und in Kürze auch auf unserer Website unter www.festival150prozent.de

Spielorte sind: Thalia Gaußstraße, Kampnagel, Opera Stabile, Museum für Völkerkunde, LICHTHOF Theater, monsun theater, Medienbunker in der Feldstr. 66, die Hamburger Botschaft, Metropolis-Kino sowie private und öffentlich Räume in der Stadt.

Zudem werden wir in unserem temporären Festivalzentrum in der Großen Bergstr. 229 die Festivalbeiträge in Podiumsdiskussionen thematisch reflektieren, Premierenparties feiern, die Ausstellung „brenne und sei dankbar“ zur kulturpolitischen Situation freier Theaterschaffender in Deutschland zeigen, eine Kleidertauschbörse veranstalten und die nächste Generation in der Reihe „150% Next Generation“ zum Sockenpuppenbasteln mit der Hamburger Performerin Katharina Oberlik einladen.