Neues Tidegebiet: Pilotprojekt Kreetsand an der Tideelbe

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(CIS-intern) – Innerhalb der nächsten drei Jahre entsteht auf einer circa 47 Hektar großen Außendeichfläche auf der Ostseite der Elbinsel Wilhelmsburg ein neues tidebeeinflusstes Flachwassergebiet. Seit Juli 2012 laufen auf dem ehemaligen Spülfeld Spadenlander Busch / Kreetsand die Vorarbeiten, um nun mit dem großflächigen Erdbau zu beginnen. Der Infopavillon „Deichbude“ informiert künftig über Zusammenhänge und Hintergründe des Projekts Kreetsand.

Wolfgang Hurtienne, Geschäftsführer der HPA, Hans Gabànyi, Leiter des Amts für Natur- und Ressourcenschutz, und Uli Hellweg, Geschäftsführer IBA Hamburg GmbH, gaben heute gemeinsam das Signal für den Start der Baggerarbeiten in Kreetsand.

Mit der Herstellung des Tidegebietes Kreetsand beginnt die Hamburg Port Authority (HPA) mit der Umsetzung einer wichtigen Konzeptsäule des Tideelbekonzepts. Dieses Konzept wurde gemeinsam von der HPA und der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes erarbeitet und zielt darauf ab, den ungehinderten Zugang zum Hamburger Hafen langfristig sicherzustellen. Dabei soll der nachhaltige Ansatz wirtschaftlichen Interessen sowie auch dem Naturraum und damit den Menschen in der Region gleichermaßen gerecht werden. Gleichzeitig wirkt dieses Konzept auch den Folgen des Klimawandels entgegen.

Foto: Mario De Mattia

„Dem Pilotprojekt Kreetsand kommt an der Tideelbe eine Vorreiterrolle zu. In dem neuen 30 Hektar großen Flachwassergebiet schaffen wir zusätzliches Tidevolumen von rund einer Million Kubikmeter. Dadurch kann das Tidegeschehens gedämpft und so das ungünstige Kräfteverhältnis von Flut- zu Ebbestrom reduziert werden“, sagt Wolfgang Hurtienne von der HPA. In der Tendenz verringern sich so der stromauf gerichtete Sedimenttransport und damit die Ablagerungen, die im Hamburger Hafen und im oberen Bereich der Tideelbe regelmäßig ausgebaggert werden müssen.

Nach der Fertigstellung soll sich das Gebiet zu einem besonders wertvollen Lebensraum entwickeln, der im Verbund des Naturschutzgebietes Auenlandschaft Norderelbe geschützt ist. Das Flachwassergebiet bietet künftig Rückzugsraum für eine Vielzahl an Fischen, die Uferbereiche optimale Bedingungen für die Ansiedlung des Schierlings-Wasserfenchel, einer Wasser-pflanze, die nur an der Tideelbe vorkommt.

Hans Gabànyi von der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt: „Kreetsand ist darüber hinaus eines der ersten Projekte zur Umsetzung des ‚Integrierten Bewirtschaftungsplans für das Elbeästuar‘ in Hamburg. Dass Land den Gezeiten und dem Fluss zurückgegeben wird, geschieht an der Tideelbe noch sehr selten – daher hat Kreetsand auch für den Naturschutz eine Bedeutung, die weit über Hamburg hinausreicht. Die zukünftige Flach-wasserbuch mit Gezeiteneinfluss hat das Potenzial, Heimat für viele seltene und gefährdete Arten zu werden.“

Durch das Pilotprojekt Kreetsand sollen Erkenntnisse für die Planung weiterer Gebiete entlang der Tideelbe gewonnen werden. In der Deichbude, einem Infopavillon direkt auf dem Deich, stellt die HPA in enger Kooperation mit der Internationalen Bauausstellung (IBA) Hamburg und dem Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) die komplexen Zusammenhänge und Besonderheiten im Rahmen einer Ausstellung anschaulich dar. „Die Deichbude ist Anlaufpunkt des IBA-Projekts ‚Deichpark Elbinseln‘, mit dem die Elbe und ihre Gezeiten für die Menschen zugänglich und erlebbar gemacht werden“, sagt Uli Hellweg, Geschäftsführer der IBA Hamburg GmbH. „Kreetsand ist deshalb auch ein Projekt der IBA Hamburg.“

Die Hamburg Port Authority betreibt seit 2005 ein zukunftsorientiertes Hafenmanagement aus einer Hand. Als Anstalt öffentlichen Rechts ist die HPA verantwortlich für die effiziente, Ressourcen schonende und nachhaltige Vorbereitung und Durchführung von Infrastrukturmaßnahmen im Hafen. Die HPA ist Ansprechpartner für alle Fragen der wasser- und landseitigen Infrastruktur, der Sicherheit des Schiffsverkehrs, der Hafenbahnanlagen, des Immobilienmanagements und der wirtschaftlichen Bedingungen im Hafen. Dazu stellt die HPA die erforderlichen Flächen bereit und übernimmt alle hoheitlichen Aufgaben und hafenwirtschaftlichen Dienstleistungen. www.hamburg-port-authority.de

Pressekontakt: HPA Hamburg Port Authority