Kampnagel: Nordwind – Festival der Künste aus Nordeuropa und Russland

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(CIS-intern) – Vom 27. November bis zum 2. Dezember findet das größte deutsche Festival für Darstellende Künste und Musik aus den nordischen Ländern zum dritten Mal auf Kampnagel statt und präsentiert 2015 neben herausragenden künstlerischen Arbeiten aus Skandinavien, Finnland, Island und dem Baltikum erstmals auch Produktionen aus Russland.

Wir eröffnen das Festival am 27. 11. um 18 Uhr mit der weltweit ersten Retrospektive der Arbeiten des russischen Radikalkünstlers Pjotr Pawlenski, der seit seiner letzten Aktion vor knapp zwei Wochen in Moskau in Untersuchungshaft ist. 2012 erregte er zum ersten Mal weltweit Aufmerksamkeit, als er sich in Solidarität mit Pussy Riot vor einer St. Petersburger Kathedrale den Mund mit einem dicken Faden zunähte. In der Nacht zum 9. November legte er vor der Tür des Inlandgeheimdienstes ein Feuer. Videos seiner Aktionen und Materialien, die die Hintergründe und Motive, Gerichtsprozesse, Verhöre und Gespräche darüber dokumentieren, werden auf Kampnagel gezeigt. Pawlenskis künstlerische Mitstreiterin Oksana Shalygina wird zur Eröffnung in Hamburg sein.

Im Anschluss an die Ausstellungseröffnung zeigen wir das Tanzstück BLACK MARROW von Islands erfolgreichster Choreografin Erna Ómarsdóttir, die bereits zum vierten Mal auf Kampnagel zu Gast ist. Die Produktion ist in Zusammenarbeit mit Damien Jalet zur sphärischen Musik von Ben Frost entstanden und entführt in düster-melancholische Bilderwelten. Erstmalig auf Kampnagel ist das norwegische Kollektiv Verdensteatret mit der deutschen Erstaufführung seiner preisgekrönten Produktion BRIDGE OVER MUD einer musikalisch performativen Installation, die ebenfalls am ersten Festivalabend zu sehen ist.

Ebenfalls eine deutsche Erstaufführung ist das Stück ANTIKÖRPER des St. Petersburger Regisseurs Michail Patlasow, der seine Arbeit auf Interviews basiert hat, die der Journalisten Andrej Sowlatschkow mit Menschen führte, die in den Prozess um den Neonazi Mord an Timur Katscharawa 2005 geführt hat. Als Uraufführungen für das Festival entstehen Arbeiten der russischen Theatermacherin Olga Jitlina und des dänisch/schweizerischen Künstlerduos Cecilie Ullerup Schmidt und Andreas Liebmann, die sich auf unterschiedliche Weise mit Fluchtgeschichten auseinandersetzen. Die finnische Choreografin Elina Pirinen bringt eine persönliche Auseinandersetzung mit Schostakowitschs Leningrader Sinfonie auf die Bühne und das dänische Theater Mungo Park den Film BOYS DON’T CRY über den Mord an dem transsexuellen Jugendlichen Brandon Teena in Nebraska.

Das Nordwind Festival, das von Ricarda Ciontos und Jens Dietrich (Russland Schwerpunkt) kuartiert wurde, findet zeitglich auch in Dresden, Berlin und Bern mit unterschiedlichen Programmen statt.

Kampnagel Nordwind Programm

PM: Kampnagel Internationale Kulturfabrik GmbH