Heinz Krämer-Werner Hornig Sextett im Hamburger Nachtasyl

Datum der Veranstaltung: 18. März 2015 | Add to Flipboard Magazine.

(CIS-intern) – Das Heinz Krämer-Werner Hornig Sextett wurde im Jahre 1993 von Klaus Meinhardt (Gesang, Gitarre) , Volker „Zack“ Michalowski (Gesang, Kamm) und Christian Schirrmeister (Gesang, Schlagzeug) in Hamburg gegründet und avancierte bald zur Hausband des legendären Heinz Karmers Tanzcafé, das meist zur Hamburger Domeröffnung (ein benachbarter Jahrmarkt auf dem Heiligengeistfeld) Konzerte gab.

Foto: Presse

Meinhardt war als Bassist bereits in den legendären Hamburger Schule Bands „Kolossale Jugend“ und „Mastino“ aktiv und wirkt aktuell im Side-Projekt „Ross Teuscher & His Porch Rockets“ (Western Swing) als Schlagzeuger mit. Auch Volker Michalowski hatte sich seit 1989 mit der Dresdner Punkband „Fehlschicht“ einen Namen gemacht und parallel zur Entstehung des Sextetts eine Schauspielerkarriere gestartet. Er spielt heute sowohl auf Theaterbühnen als auch in bekannten Spielfilmen, wie „Das Leben der Anderen“ (2006), „Inglorious Basterds“ (2009) und „Grand Budapest Hotel“ (2014).

Christian Schirrmeister, Mitbegründer der Darmstadt/Hamburger Pop-Formation „Der heitere Himmel“, ist neben seiner Funktion als hingebungsvoller Taktgeber und Arrangeur des „Sextetts“ seit langem auch hauptberuflich im Musikbereich engagiert. Aktuell reüssiert er zudem in einer etablierten Musik-Theater-Reihe auf Berliner Theaterbühnen.1994 gesellte sich Ando Yoo (Kontrabass) zum Sextett dazu.

Auch er hatte bereits so gegensätzliche Musikerfahrungen als Mitglied des klassischen Hamburger Jugendorchesters und in Industrial-Noise-Bands. Zu Beginn waren es noch selbst vertonte Texte des Dichters Klabund (1890 – 1928), welche die Grundlage der Songs bildeten. Das Pseudonym des als Alfred Henschke geborenen Schriftstellers ist eine Zusammensetzung aus den Wörtern Klabautermann und Vagabund und weist schon auf die abgründigen Themen seiner Texte hin. Zum Beispiel handelt das vom Sextett vertonte Gedicht „Leiferde“ von einem tödlichen Eisenbahnattentat, das 1926 an gleichnamigen Ort von zwei Landstreichern verübt wurde.

Die „Ballade“ ist das Klagelied eines Pianisten, der als Kind einer Prostituierten ausgesetzt wurde und nun in einer Spelunke Klavier spielt. Und das Lied „Lichterfelde Ost“ beschreibt Leben und Sterben eines Mädchens in der Berliner Vorstadt. Um sich endlich den Traum vom Sextett, einer Band mit der Besetzung aus 6 Musikern zu erfüllen, konnte man um 1998 Ebba Durstewitz (Gesang, Cello, Glockenspiel, Keyboard) und Johann Popp (Marimbaphon, Ukulele, Triangel) als Mitstreiter gewinnen. Durstewitz ist durch die Gründung des Duos „JaKönigJa“ mit Jakobus Siebels und als Backgroundsängerin der Elektro-Blaskapelle „Die Vögel“ schon seit vielen Jahren international bekannt.

Johann Popp ist der bunte Hund der Hamburger Musikszene, er spielte als Teenager ebenfalls im Hamburger Jugendorchester und war Schlagzeuger der Bands „Tempelfreuden“, „Dolche“ und „Die Erde“. Als Gitarrist ist er bis heute im experimentellen „Boyds Elektro Gitarren Orchester“ aktiv und vertont Werke von Rhys Chatham, Lois V Vierk und Glenn Branca. Aus Ermangelung von neuen Texten des Dichters Klabund, der früh starb und daher nur ein schmales Ouvre hinterließ, gewinnen mit den Jahren immer mehr eigene Kompositionen und Texte von Klaus Meinhardt die Oberhand im Repertoire des Heinz Krämer-Werner Hornig Sextetts. Heute stehen sowohl Klabunds Gassenhauer, sowie Meinhardts komplexere und zeitgenössische Ton- und Textschöpfungen auf dem Programm.

Ach ja, wer sind eigentlich die Namensgeber des Sextetts, Heinz Krämer und Werner Hornig ? Nun, die Bandgründer sinnierten in den frühen 90ern über einen geeigneten Namen und fanden ihn auf Umwegen über die Leidenschaft zum Fussball bei den beiden Spielern Heinz Hornig (*1937, 1. FC Köln) und Werner „Eia“ Krämer (1940-2010, HSV und VfL Bochum). Um Regressansprüchen zu entgehen, wurden kurzerhand die Namen vertauscht. Der Kenner weiß jedoch bescheid.

Und das Sextett war ein Traum, der nun wahr geworden ist !

Für das Konzert am 18. März 2015 im Nachtasyl des Thalia Theaters wird das Sextett durch den DJ Alexander Kasbohm vom Brandy Startup DJ Team der Hasenschaukel unterstützt.

18.03.2014 // 21.30 Uhr
Nachtasyl Hamburg
Eintritt 10 €