Hamburgs Kunsthalle zeigt Stillleben von Max Beckmann

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(CIS-intern) – Von Horst Schinzel Max Beckmann (1884 – 1950) zählt neben Oskar Kokoschka zu den Hautmeistern des deutschen Expressionismus. Anfänglich malte er impressionistische Landschaften und Figurenbilde. Unter dem Eindruck des Ersten Weltkrieges kam er zu einer Gestaltung, die die Vereinzelung des modernen Menschen zum Thema hat. In der NS-Zeit emigrierte er erst übler Paris und Amsterdam in die USA. Dort war er auch zeitweilig als Lehrer tätig.

Das facettenreiche Werk von Max Beckmann (1884–1950) wurde vielfach erforscht und ausgestellt. Das Interesse lag dabei meist auf seinen Figurenbildern, mythologischen Werken, Landschaften oder Selbstporträts. Den faszinierenden Stillleben Beckmanns widmet nun die Hamburger Kunsthalle erstmalig eine umfassende Ausstellung – bisher hat es eine solche Schau weder in Deutschland noch im Ausland gegeben.

Das Stillleben ist in allen Schaffensphasen Beckmanns präsent: von den frühesten Gemälden über die Kriegsjahre, die Frankfurter Zeit, das Amsterdamer Exil bis zu den letzten Jahren in den USA. In seinen Kompositionen mit verblühenden Blumen und erloschenen Kerzen setzt Beckmann die unmittelbare Gegenwart des Lebens in ein Spannungsverhältnis mit Vergänglichkeit.

Foto Hamburger Kunsthalle

Mit der Darstellung von Früchten, Muscheln oder Meerestieren feiert er die Welt in ihrem Reichtum an Farbe und Form, Material und Stofflichkeit. Gerade in seinen Stillleben formt Beckmann das für ihn typische komplexe Bildgefüge aus. Indem er immer wieder Interieurs, Landschaften oder Figuren in seine Stillleben integriert, eröffnet er aufregende Grenzbereiche zu anderen Gattungen und spielt virtuos mit unterschiedlichen Ebenen von Wirklichkeit.

In zahlreichen Werken stellt Beckmann Objekte aus seinem privaten Umfeld dar. Einige dieser Objekte, wie zum Beispiel eine chinesische Keramikkröte, sind in der Ausstellung zu sehen. Als reale Gegenstände beleuchten sie die Frage, wie Beckmann mit dem Material umgeht, aus dem er seine Bilder formt, wie viel darin der Realität entnommen und wie viel erdacht ist.

Die Ausstellung, die von zwei wichtigen Werken im Bestand der Hamburger Kunsthalle ausgeht, darunter das Gemälde Großes Fisch-Stillleben (1927), versammelt rund 70 Gemälde und einige Aquarelle aus den Jahren 1905 bis 1950. Bedeutende, auch selten gezeigte Werke aus privaten und öffentlichen Sammlungen Europas, der Schweiz und der USA veranschaulichen die eindrucksvolle Vielfalt des Themas. Zu den Leihgebern gehören: Neue Nationalgalerie, Berlin; Pinakothek der Moderne, München; Kunstmuseum Winterthur; The Baltimore Museum of Art; The Museum of Fine Arts Boston; Saint Louis Art Museum; Staatsgalerie Stuttgart; Hirshhorn Museum and Sculpture Garden, Washington DC.

Ein außergewöhnlich umfangreiches Vermittlungsprogramm bereichert den Besuch der Ausstellung. Die Hamburger Kunsthalle legt damit in besonderer Weise den Fokus auf eine zielgruppengerechte Kunstvermittlung: Mithilfe eines Multimedia-Guides, der dank der Freien und Hansestadt Hamburg realisiert werden konnte, erfahren die Besucher in einer audio-visuellen Führung mehr über die Kunstwerke und Objekte.

Ein Mitmachheft für Kinder und ein speziell konzipiertes Vermittlungsangebot für Kitas und Grundschulen wird durch die Zuwendung der Commerzbank-Stiftung ermöglicht. Zahlreiche Vortrags-, Gesprächs- und Musikveranstaltungen für Jugendliche und Erwachsene runden die Ausstellung ab, die zudem von den Freunden der Kunsthalle, der Hubertus Wald Stiftung und der Art Mentor Foundation Lucerne unterstützt wird.
Bis 18. Januar 2015

PM: Horst Schinzel

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