Hamburg dokumentiert Aufbruch dänischer Kunst

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(CIS-intern – von Horst Schinzel) – Der für das Land wichtige Aufbruch der dänsichen Kunst in die Moderne in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist selbst in Norddeutschland kaum bekannt. Dabei war es Deutscher, der den jungen Künstlern des Landes ihr Wirken ermöglichte: Der deutsch-jüdische Tabakfabrikant Heinrich Hirschpsrung. Er sammelte diese Kunst in seiner Villa in Kopenhagen und vermachte diese Sammlung nach seinem Tode 1908 dem dänischen Staat. Umfangreiche Leihgaben aus dieser Sammlung ermöglichen der Hamburger Kunstahlle die Ausstellung „Däenmarks Aufbruch in die Moderne“. Im Gegenzug hat die Kunsthalle aus ihren Beständen eine Ausstellung in Kopenhagen ermöglicht.

Das Ende der großen Erzählungen, Schnappschüsse aus dem realen Leben, ein ungeschminkter Blick auf das dänische Landleben, frei von jedem Idealismus, frei vom Pathos der Historienmalerei: In den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts vollzog sich in der dänischen Kunst die entscheidende Wende hin zur Moderne. Bis dahin waren die Künstler über Jahrzehnte romantischen Ideen gefolgt und hatten sich auf nationale Themen beschränkt. In dem durchgreifenden Modernisierungsprozess, der auch die dänische Gesellschaft Ende des 19. Jahrhunderts erfasste, spielten die Künstler eine so große Rolle, dass man heute in der Kunst von der Epoche des „modernen Durchbruchs” spricht.

Die Künstler zeigten das Leben auf dem Lande mit einem neuen, realistischen Blick. Teilweise beeinflusst von der modernen französischen Kunst und deren Hinwendung zur Natur unter dem Eindruck der Maler von Barbizon warfen Künstler wie Theodor Philipsen (1840-1920) oder Joakim Skovgaard (1856-1933) einen neuen Blick auf die dänische Landschaft. Ein besonderes Augenmerk entwickelten sie dabei für die Darstellung des Lichts und der Atmosphäre zu unterschiedlichen Tageszeiten oder im Lauf der Jahreszeiten. Die Sammlung Hirschsprung in Kopenhagen besitzt eine der qualitätsvollsten und umfangreichsten Kollektionen dänischer Malerei des 19. Jahrhunderts.

In dieser seit 1911 im eigenen Museum ausgestellten ehemaligen Sammlung des Tabak-Fabrikanten und leidenschaftlichen Kunstsammlers Heinrich Hirschsprung (1836-1908) sind alle wichtigen dänischen Künstler des 19. Jahrhunderts vertreten: von den Malern des „Goldenen Zeitalters” in der ersten Hälfte wie Christoffer Eckersberg (1783-1853) oder Christen Købke (1810-1848) bis zu den dänischen Impressionisten und Symbolisten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Zu ihnen gehören die international bekannten Maler Peder Krøyer (1851-1909) und Vilhelm Hammershøi (1864-1916).

Die Ausstellung mit Werken aus der Hirschsprung-Sammlung bietet eine vielfältige Übersicht über die dänische Kunst von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts, die so in Deutschland noch nie zu sehen war.

Sammlung Hirschsprung von Eckersberg bis Hammershøi.
Hamburger Kunsthalle.
bis 12. Januar 2014
Di–So 10.00–18.00
Do bis 21.00
Ausstellungskatalog (176 Seiten, 140 Farbabbildungen) ist bei Dölling und Galitz erschienen und kostet 24,90.
www.hamburger-kunsthalle.de

PM: Horst Schinzel

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